Mo, 14.12.: Extrem willkürlich – Das Extremismuskonzept und seine Folgen (Vortrag)

Was: Extrem willkürlich – Das Extremismuskonzept und seine Folgen (Vortrag)
Referent: Maximilian Fuhrmann (Universität Bremen)
Wann: Montag, 14.12.15 (19:00 Uhr)
Wo: Volkshochschule Rosenheim (Hans-Schuster-Haus), Innsbruckerstr 3, 83022 Rosenheim, Raum: Saal 1, 1. OG (Stollstraße 1, 83022 Rosenheim)
Veranstalter: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Kooperation mit dem Kurt Eisner Verein

Unter dem Motto „Extrem willkürlich“ referiert am Montag, den 14.12.15 der Soziologie Maximilian Fuhrmann an der Rosenheim Volkshochschule über „das Extremismuskonzept und seine Folgen“. Der Referent evaluierte am Deutschen Jugendinstitut Bildungsprojekte gegen „Linksextremismus“, arbeitete als Jugendbildungsreferent des DGB in Mittelhessen und promoviert zurzeit „über die Wirkmächtigkeit des Extremismuskonzepts“ an der Universität Bremen.
In seinem Vortrag wird der Sozialwissenschaftler u.a. die Folgen des Extremismuskonzepts vorstellen. So gründete sich in einer sächsischen Kleinstadt nach mehreren Übergriffen von Neonazis ein Bündnis gegen Extremismus und Gewalt – mit am Tisch der Stadtrat der NPD. Nach Protesten werden sowohl dieser als auch die Räte der Partei die Linke vom Bündnis ausgeschlossen. In München wurde einer antifaschistischen Bildungsinitiative die Gemeinnützigkeit aberkannt, weil sie im Bericht des Verfassungsschutzes in der Rubrik „linksextremistisch“ auftaucht. In Rosenheim grenzt sich ein Vertreter der CSU bei einer Kundgebung gegen die Partei „Die Rechte“ von jedem Extremismus ab und setzt damit einmal mehr Rechts- und Linksextremismus gleich. Wenige Monate nach der Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) warnt die Konrad Adenauer Stiftung vor einem neuen Linksterrorismus…
Diese Liste ließe sich fortsetzen. Den Vorkommnissen gemein ist, dass sie sich auf das Konzept des politischen Extremismus beziehen. Dieses Konzept wird von Politiker_innen fast aller Parteien, politischen Stiftungen, Behörden, Sicherheitsorganen und Wissenschaftler_innen vertreten und gibt eine strikte Trennung zwischen Demokrat_innen und Extremist_innen vor. Doch nach welchen Kriterien wird diese folgenschwere Grenze gezogen? Wie verhalten sich die theoretischen Ansprüche zur praktischen Umsetzung des Konzepts? Und warum ist der Reflex, von Linksextremismus zu sprechen wenn Neonazis Thema sind, so weit verbreitet?
Diese und andere Fragen sollen in dem Vortrag und einer anschließenden Diskussion erörtert werden.. Der Vortrag beginnt um 19:00 Uhr an der Volkshochschule Rosenheim (Hans-Schuster-Haus), Innsbruckerstr 3, 83022 Rosenheim, Raum: Saal 1, 1. OG (Stollstraße 1, 83022 Rosenheim) der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung wird von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Kooperation mit dem Kurt Eisner Verein organisiert.

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